Diesmal kam wirklich Alles zusammen:
ich finde in der Mittagspause, die ich in einem Einkaufszentrum im Südosten Heidelbergs verbringe, einen Buchladen und darin in einem Regal am Eingang eine Reihe Taschenbücher.
Alle nicht mehr so ganz neu.
Alle mit einem Strich auf der unteren Seite. Also reduziert, modernes antiquariat oder so
Unter diesen Taschenbüchern finde ich ein Buch aus dem diogenes-verlag, das ich schon lange suche: Seconde-Lieutenant Sjedoch von Juri Tynjanow (diente dieses doch auch Prokofjew als Vorlage für eine Film-Suite)
Auf diesem Taschenbuch, erschienen 1987, prangte auf der Vorderseite ein billiger Aufkleber “€ 4,00″
Hab ich mich erstmal gefreut daß ich dieses Buch endlich gefunden habe und hab ich es dann gekauft.
Dann im Hotel abends das Buch wieder herausgeholt und genauer betrachtet.
Also: ursprünglich kostete das Buch 6,80 DM; € 4,00 ist also ein unverschämter Preis.
Das Etikett lässt sich nicht ablösen ohne den Umschlag zu zerreissen.
Was tun? Ich habe ja wieder Mittagspause und gehe wieder in den Buchladen.
Die Buchhändlerin ist hilflos.
Auf meine Beschwerde, ein angestaubtes, mit Strich markiertes Buch für 6,80 DM sei ja wohl mit € 4,00 reichlich überbezahlt, schaut sie nur hilflos. Sie hätten auch Bücher die mal 16,00 DM gekostet hätten. (Diese sind allerdings relativ realistisch mit € 7,95 gebrandmarkt…) Auf diese Richtigstellung hin bietet sie mir € 1,00 Rückzahlung an
Als ich ihr das Etikett vorführe und frage, wie sich dieses ablösen ließe ohne das Buch zu beschädigen, bietet sie mir an, ein kreisrundes goldenes Geschenk-Etikett darüberzukleben. Als ich dagegen dann auch protestiere, das mache ja Alles nur noch schlimmer, fragt sie mich, was ich eigentlich wolle..
Tja, was wollte ich eigentlich?
Nun, erstmal wollte ich einen ordentlichen Preis für ein unbeschädigtes Buch.
Das ist aber nicht Alles. Und nicht das Wichtigste.
Ich will, daß Bücher ordentlich behandelt werden.
Und zwar auch von Buchhändlern!!!!
PS: im ZVAB oder bei amazon / gebrauchte Bücher gibts das Werk ab € 0,01…