Neuland - FlachlandNun ist das Buch identifiziert und gefunden und auch schnell bestellt und schnell geliefert und schnell wieder weggelegt.

Luise Endlich: Neuland. Transit Verlag, 1999

Was damals bei Erscheinen Diskussionen auslöste, und viel besprochen und viel gelesen wurde, hat seinen Reiz verloren. Durch den zeitlichen Abstand etwas weniger "strittig", zeigt dieses Buch seine schon damals vorhandenen, aber in der allgemeinen Diskussion ob des Ossi-Wessi-Konflikts nicht so relevanten Schwächen.

Es ist ganz einfach schlecht geschrieben, fast hilflos geschrieben.

Je mehr Adjektive in einem Satz, desto schlechter… alte Germanisten- und Deutschlehrer-Weisheit.

Je mehr die Autorin meint, beschreiben zu müssen, was der Leser eigentlich selbst imaginieren kann, desto schlechter…

Also weg damit.

Mir fehlte die Zielgruppe bei diesem Buch, dem Buchhandel fehlt wohl eine Formvorstellung…

Zielgruppe? Verwertungskonzept?

 

So schreibt Burkhardt Müller in der Süddeutschen (via Perlentaucher):

leider hat sie [die Odysse...] auf halber Strecke ihren Witz verloren, als "ziellos schweifende Groteske" endet der Roman nach Ansicht des Rezensenten. Ein Umstand den Müller allerdings nicht allein dem Autor anlasten möchte, sondern auch den Verwertbarkeits-Kriterien des Buchhandels, der die Form des Romans fordere – einer Form, dem die Kurzatmigkeit des Schmidt’schen Humors nicht entsprechen könne.

Es gibt ihrer nun drei, und ich habe kürzlich das erste davon gelesen. Die anderen zwei spare ich mir.

Tintenherz

Der Ansatz ist der umgekehrte der unendlichen Geschichte. Anstatt dass jemand in ein Buch hineingezogen wird, werden hier Figuren aus einer Geschichte herausgelesen und Realität. Ein spannender Ansatz. Leider aber bleibt es für mich dabei, denn die Handlung finde ich sehr konstruiert, teilweise ziemlich grausam und lange nicht so feinsinnig wie Michael Endes Unendliche Geschichte. Ich sehe keine große Botschaft. Es ist eine bloße Geschichte. Und die Figuren darin sind für mich nicht schlüssig, so widersprüchlich, dass sie unglaubhaft wirken.

Eine hochgelobte Buchreihe, die leider viel zu sehr überschätzt wird.

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