Oft stellt sich nach der Lektüre eines, auch längeren, Artikels die Frage, was der Artikel eigentlich soll.

Genauso geht es mir und anderen mit dem Aufsatz Geschmackssache – Selbstprofilierung im Internet durch Literaturkritik, veröffentlicht auf den renommierten Seiten der literaturkrtik.de

Frau Schwalm, die vielleicht die Autorin des Gedichtebandes "Sanft umringt von Feenflügeln: Gedichte" , ansonsten nur mit einem knappen Porträt bei XING im Netz auszumachen ist, hat einen längeren Text zu der selbstgestellten Thematik "Selbstprofilierung im Internet" verfaßt. Darin erwähnt sie einige Buch-Blogger und setzt sich intensiver mit dreien von ihnen auseinander, darunter auch mit meinem Lesebuch und eben dieser Buchbestattung.

Eine Aussage ist diesem Aufsatz nicht zu entnehmen, nach dem Lesen ist man so schlau wie vorher. Sie vergreift sich deutlich in ihrer Kritik: Die Ironie im "Leitfaden zur Diskussion über Bücher, die man nicht gelesen hat" geht ihr nicht auf und so merkt sie nicht, daß das, was sie kritisiert das kritisiert was Leute wie sie tagtäglich im Rahmen der "Literatur-Thematik" im Netz absondern.

Nein, Ironisches versteht sie nicht, und recherchieren kann sie auch nicht wirklich. Sie merkt nicht, daß das Schreiben über Lese-Erfahrungen und über Bücher, die dem Verfasser wichtig sind, in den meisten Fällen wohl nichts mit dem Wunsch nach Selbstprofilierung, sondern eher mit dem Wunsch, diesem Buch eine größere Leserschaft zu vermitteln, zu tun hat.

Alle Schreiber, die sie im Artikel nennt, subsummiert sie unter "literaturkritik".  Handelt es sich aber tatsächlich um Literaturkritik? Dann wiederholte ihr Aufsatz wiedereinmal den alten Vorwurf, daß "Nicht-Berechtigte" im Internet sich etwas anmaßen, das sie nicht verstehen, was nur "Profis" könnten.

Aber das tut keiner der hier porträtierten. Frau Schwalm hat einfach nur ihr Thema verfehlt.

Amüsant finde ich, daß sie mir (einzig Weibliche unter den von ihr Porträtiert-Kritisierten) das Verschweigen meines Alters unterstellt, was ihr bei den Herren nicht weiter wichtig zu sein scheint. Also, Frau Schwalm, ich bin seit dem 20. Juli 2010 58 Jahre alt.
Zufrieden? War / ist das wichtig?

Und noch etwas fällt mir auf: Es ist leicht, im Internet zu veröffentlichen, Blogtechnik ermöglicht leichtes und doch organisiertes Schreiben, und diese Mittel werden auch von Menschen genutzt, denen die Literatur wichtig ist.
Die Bücher lieben, mit Büchern, Literatur, Dichtung leben.
Und nicht wie wohl diese junge Frau, Tätigkeiten nur dann für wichtig erachten, wenn sie mit dem  Erwerb materieller (Geld) oder immaterieller Güter (Selbstprofilierung, Ruhm) verbunden sind.

________________________

Eine Literaturkritik zu verfassen kann wiederum synonym gebraucht werden u. a. für das Verfassen einer monografischen oder essayartigen Abhandlung, beispielsweise über das Gesamtwerk eines Autors. Häufiger bezeichnet es jedoch die allein ein literarisches Werk würdigende Literaturkritik, die auch Literaturrezension, Buchrezension, Buchbesprechung und Buchkritik genannt wird.

Literaturkritiker bzw. Rezensenten literarischer Werke sehen sich häufig als im Dienst des Publikums und/oder der Literatur stehend und bewerten die Werke im Hinblick auf implizite oder explizite Kriterien, die gegebenenfalls wie in der Literaturwissenschaft auch mit Verweisen auf entsprechende Literaturtheorien argumentieren.

Aus Wikipedia: Literaturkritk

Der Duft von Büchern

Ironie? Kommentare deaktiviert
Sep 292009

ist etwas ganz Besonderes.

Staub-Duft, klassisch

Ein neues Buch kann wunderbar oder aufdringlich riechen, abhängig von Papier, Farbe und Lagerort.
Ein altes Buch kann wunderbar oder furchtbar riechen, abhängig von Papier, Bindung, Umschlag (Leder?),  Alter und Aufbewahrungsort. 
Dachboden- oder Kellerfunde riechen oft nach Staub und Schimmel.
 

Am liebsten schnuppere ich an der alten Gustav-Freytag-Ausgabe in meinem Regal, am schlimmsten finde ich die Bücher, die oft auf Flohmärkten angeboten werden.

So wie ich keine Freundin von Hörbüchern bin (es sei denn, ich höre Fremdsprachiges und trainiere  meine Sprachkenntnisse), so sind auch die elektronischen Reader nichts für mich.
Haptisch, emotional, technisch. Wo kämen wir denn hin, wenn wir bei Stromausfall nicht mehr lesen könnten????

Für diejenigen unter uns, die dieser Technik jedoch etwas abgewinnen können, das Olfaktorische aber vermissen, ist jetzt Rettung in Sicht, wahrscheinlich / sicherlich nicht ernstgemeint, aber doch ganz tüchtig:

Smell of Books

Sie können wählen zwischen dem Duft "Sie haben Katzen", "Klassisch staubig" und anderen Duftnoten.

Am teuersten ist der Duft neuer Bücher ;=)

 Mit diesem Produkt hat sich der Hersteller ganz nach vorne in die Lifestyle-Anbieter gebracht.
Viele Bücherwürmer werden noch lieber zu ihrem Kindle greifen und die Nähe einer Steckdose suchen, um den Akku aufzuladen ;=)

 Ein Dank an Textanfall für diese Info!

© 2011 Buchbestattung Suffusion theme by Sayontan Sinha