daß ein Preis, der auf 99 Ct oder 9 Ct endet, ein Preis ist, mit dem einfältige Kunden vor dem Schrecken bewahrt werden sollen (ist ja billig, nur 7,99 € <=> huch wie teuer, 8 €!), ist ja sattsam bekannt.
Und daß auch die Benzinkonzerne ihre Kunden gerne verarschen, ist uns nicht fremd.

Für Bücher gibt es jedoch die Buchpreisbindung, Da kann kein Buch-Händler mit super-knapp-kalkulierten Preisen punkten wollen. Die Preise werden von den Verlagen vorgegeben. Und da fällt mir auf, daß nun selbst angesehene Verlage mit diesem Unfug anfangen:

Venushaar von Michail Schischkin kostet sage und schreibe knappe 24,99 EUR! Nicht 25,00 EUR! Nein, einen heißen Cent weniger.

Welcher BWL-Praktikant mit Eínfachst-Marketing-Wissen ist denn da nun bei dva für die Preisgestaltung zuständig?
Was sagt das über die Einstellung dieses Verlags zu seiner Kundschaft und auch zu seinen Autoren aus?

Okt 162009

Ich wollte dem Angebot des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels folgen und die digitale Version der Atemschaukel herunterladen, aber das gelang mir nicht.

Auf www.kultur-banal.de habe ich dieses Unterfangen beschrieben.

Da möchte man ein Geschenk annehmen und öffnet Tür und Tor der Rechnerüberwachung, wenn man denn soweit kommt.
Und nicht vorher an den vielen Formularen scheitert.

Kauft das Buch.

Es ist großartig.

Und es ist allemal besser ein Buch als eine Datei zu lesen, für den Leser, den Autor, den Verlag!

Ein Germanist hat einen fundierten Artikel über die Qualität der Literaturbesprechungen und die literarische Schwarmintelligenz im Web 2.0 auf Telepolis geschrieben:

Oliver Bendel: User Generated Nonsense,  Literaturbesprechungen von Laien im Web 2.0

Da gibt es manches Bedenkenswerte zu lesen und man kann seine Ansicht durchaus diskutieren.
Ih stimme ihm zu, daß die Veröffentlichungsmöglichkeiten und die Referenz-Strukturen im Netz wenig qualitative Gewichtung ermöglichen und ein vielzitierter und geblogrollter Blog-Beitrag eventuell mehr Relevanz gewinnt als ein literaturwissenschaftlicher Beitrag und ich stimme ihm auch zu, daß durch die Veröffentlichungsmöglichkeiten ohne Qualitätskontrolle nicht unbedingt das Niveau steigt, sondern leidet.

Es ist bei der Literaturkritik die gleiche Konfrontation zu erkennen wie bei dem von den Wichtigtuer-Bloggern selbstkonstruierten Debattenfeld Journalismus <=> Blogger : die Selbstüberschätzung gewinnt halt leicht die Oberhand. Und dies besonders dann, wenn mit selbstgesuchtem Anonym namenlos argumentiert wird.

Das erkennt man auch an den triumphierenden, hässlichen Kommentaren im leider Telepolis-üblichen überheblichen User-Ton.

Aber wie es so ist im Leben: Getroffener Hund bellt und Hochmut kommt vor den Fall. 

© 2011 Buchbestattung Suffusion theme by Sayontan Sinha