WDRSelbstverständlich liest es sich im Sitzen oder Liegen besser als im Stehen, zumindest längere Texte kann man so besser lesen.

Daß nun aber permanent Möbel für die Literatur herhalten müssen, ist mir gerade aufgefallen.
Der WDR macht Werbung mit einem grünen Sessel im Kornfeld (mal was anderes als ein Bett an eben diesem Platze)  und nun stellt Herr Herles überall ein Sofa hin.

ZDFDas ist erstens eine solch abgelutschte Idee (da reiste schon mal ein rotes Sofa um die ganze Welt, wurde mit interessanten Menschen darauf photographiert), dann hat Herr Herles selbst das blaue Sofa schon mehrfach im ZDF genutzt, und nun wird es auf einen Gletscher geschleppt.

Was soll das? Man machts sich auf dem Möbel bequem, quatscht über Umweltzerstörung, achtet drauf, dass das Team nicht mit aufs Bild kommt, denn das würde ja deutlich machen, wie sehr gerade diese Aufnahme der Umwelt schadet (alles Überflüssige schadet!!), und baut eine Banalität oder Peinlichkeit nach der anderen.

Herrn Bierbichler ists unbequem, aber er wurde wohl vom Verlag gezwungen, good will zu beweisen und den Zirkus mitzumachen.

Was soll das? Was soll das Blaue Sofa, die neue Literatursendung des ZDF? In meinen Augen wieder ein hilfloser Versuch, einem doch recht abgehalfterten Wichtigtuer noch einmal ein Forum zu geben? Ob der späten Sendezeit wird es ja nicht so viel Schaden anrichten?

In der ganzen Sendung ging es nach meinem Empfinden um das Ego des Herrn Moderators und die Eventgeilheit seines Teams. Reisekosten produzieren, mal eben auf 3000 m hoch kommen, wenns im Urlaub nur gerade mal für Malle reicht, oder warum werden diese Orte aufgesucht?

Gimmick ist wichtiger als Literatur. Denn über Literatur wurde ja eigentlich nicht gesprochen, oder?

PS: Katrin Schuster hat dieses ganze Elend sehr eloquent und stringent in ihrem Blog geschildert. 

Mrz 152009

 fängt alles mit "PR" wie "Public Relations" an..

Zu der ganzen Chose schreibt Ingo Arend im Freitag: 

Leipziger Rituale
 

Die Verleihung einer Auszeichnung, von dem man nicht so ganz genau weiss, warum er eigentlich vergeben wird: als literarischer Qualitätsanreiz oder als Marketingaphrodisiakum ist denn auch an Banalität nicht zu übertreffen. In dem Rhododendronhain unter dem Glasdach des Leipziger Messepalastes hängen Bratendüfte in der Luft, wenn das entscheidende Kuvert geöffnet wird. Auch der erstmalige Gastauftritt von Kulturstaatsminister Bernd Neumann vermochte dem Event in diesem Jahr keine höheren Weihen zu verleihen. Hinterher steht alles gelangweit am Buffet. Die zugeknöpfte Preisträgerin war schnell verschwunden. Gebraucht hat sie den Preis sicher nicht. Der saturierte Betrieb zieht weiter: Zum nächsten Event, zum nächsten Preis. Im Oktober ist Frankfurt dran. Literaturbetriebsroutine.

 

© 2011 Buchbestattung Suffusion theme by Sayontan Sinha