Auf der Startseite, aber sonst unter "Fun & Gewinne" versteckt, die Sensation des Kartoffel-Jahres 2009:
Pfanni bietet Hörbücher zum Download an.
Wer da aber glaubt, nun endlich die Kulturgeschichte der Convenience-Kartoffel vorgelesen zu bekommen, oder Ratgeber wie etwa "Alles was man mit der gesparten Zeit anfangen kann, wenn man keine Kartoffeln mehr schält" , der irrt sich.
Es wird SIr Arthur Conan Doyle, Edgar Allan Poe oder Robert Louis Stevenson im Angebot geben. Und bevor man zum Download geleitet wird, muss man noch sein Pfanni-Wissen unter Beweis stellen:
Kennen Sie die Pfanni Miniknödel?
Ich finde das alles sehr mysteriös. Sowohl die Veröffentlichungstermine der angekündigten Downloads als auch die Gründe für dieses Angebot.
Aber es muss ja nicht immer einen logischen Grund geben. Vielleicht reicht auch ein Sonderangebot eines Hörbuch-Studios und der Ablauf der Autoren-Rechte aus.
So kommen die klassischen Abenteuer-Romane in die Pfanne. Keine schlechte Idee.
PS: Das Bild stammt von Wikimedia und ist in der PublicDomain. Auch wenns ein Van Gogh war.
Ich wollte dem Angebot des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels folgen und die digitale Version der Atemschaukel herunterladen, aber das gelang mir nicht.
Auf www.kultur-banal.de habe ich dieses Unterfangen beschrieben.
Da möchte man ein Geschenk annehmen und öffnet Tür und Tor der Rechnerüberwachung, wenn man denn soweit kommt.
Und nicht vorher an den vielen Formularen scheitert.
Kauft das Buch.
Es ist großartig.
Und es ist allemal besser ein Buch als eine Datei zu lesen, für den Leser, den Autor, den Verlag!
Übersetzer sind ja bekanntlich die Personen, die sich zwischen das in einer Fremdsprache verfaßte Buch und den Leser drängen, so wie sich ein Hörbuch zwischen ein Buch und den Rezipienten klemmt, sollte dieser irrtümlich glauben, er höre besser als er läse…
Im Gegensatz zu Hörbüchern, die man meistens nicht braucht, braucht man Übersetzer. Denn wer kann schon Ungarisch oder Ukrainisch oder Urdu (ich bleibe mal bei U); ich werde meinen Lebenswunsch, Tschechov im Original lesen zu können, vielleicht auch nie realisieren …
Übersetzer braucht es also. Punktum.
Deshalb ist es wichtig, daß diese Bewohner der Zwischenschicht auch mal zur Rechenschaft gezogen werden, wenn sie denn Mist bauen, genauso wie sie Lob verdient haben (ich nenne hier ganz explizit Renate Schmidgall, Verena Reichel, Rosemarie Tietze und Felix Philipp Ingold, auch Peter Urban).
Und deshalb erscheint es mir wichtig, hier einmal auf eine neue Reihe im "Titel Kulturmagazin" hinzuweisen: Übersetzungskritik.
Eine neue Rubrik im Dienste der Aufklärung. Bin gespannt.