Nun ist es ja angeblich so, daß wir Leser(innen) gute Literatur von Schund unterscheiden können und Schund nur lesen, wenn wir gerade das Hochliterarische vergessen haben und am Flughafen oder Bahnhof einen Schundschmöker kaufen müssen

Deshalb ist es nachgerade wichtig, daß die WELT in einem Artikel von Hannes Stein (erst habe ich auf Herrn Rainer Moritz, den Fußball-, Schlager-, Krimi-Apologeten und leider auch Leiter des Hamburger Literaturhauses getippt)  nun ausführlich darlegt, warum ein schlechtes Gewissen unnötig sei:

im Schund offenbare sich das Ur-Mythische und das brauche der Mensch / Leser nun mal eben.

Ich gebe immer wieder zu, daß ich als Studentin Groschenheftchen geschrieben habe, weil ich mir damit leichtes Geld für meine Reisen verdienen konnte, aber gelesen habe ich diese nie. Ich habe sie einfach ausgerechnet.

Und heute muß ich dazu sagen, daß diese Apologie des Schunds, wie sie der Herr Stein da von sich gibt, bei mir nicht greift.

Gründe gegen den Schund:

  • ich mag keine Charaktere, die ich vorausberechnen kann
  • mehr als ein Adjektiv pro Substantiv halte ich nicht aus
  • auch gute Literatur ist nicht schwierig zu lesen, geht als "brain candy" allemal durch
  • Verdummung ist nur dazu da, die Hirne zu verkleistern
  • mir ist es schade um die Zeit, dazu ist mein Leben zu kurz, dazu gibt es zu viele Bücher
  • mir wird übel beim Lesen

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