Dieser Telepolis-Artikel (Imponieren mit gelesenen Büchern / Eine überholte Kulturtechnik?) und dieser darin zitierte Artikel (Our guilty secrets: the books we only say we’ve read) erinnerte mich an meine Gymnasialzeit an der Helene-Lange-Schule:
In den späten 60ern war es chic, suhrkamp-Taschenbücher mit sich herumzutragen, vor allem aus der Ecke der Kritischen Theorie, oder Raubdrucke, von Philosophen mit so tollen Namen wie Popper oder Anatol Rapoport, die sich mit der Kritischen Theorie auseinandersetzten.
Wir hatten unseren Lateinunterricht (Latein als 3. Fremdsprache / Großes Latinum) in der Oberstufe zu einem Philosophie-Zirkel umdefiniert, denn unsere Lateinlehrerin unterrichtete auch in Philosophie und wir wenigen Schülerinnen wollten doch an der aktuellen gesellschaftlichen Diskussion teilhaben…
Ich erinnere mich, wie ich in Wiesbaden mit roter Baskenmütze und dem "Jargon der Eigentlichkeit" aus der schwarzen Duffle-Coat-Jacke herauslugend, zu Schülerratssitzungen oder ins Hepa-Café ging.. auch eine Art von Date..
Und die Frage, ob ich die Bücher alle gelesen habe? Ich glaube ja.
Ob ich sie alle verstanden habe? Ich glaube nein. Dazu war ich dann doch zu jung mit meinen 17 Jahren…

