Ein kleiner schmaler Band aus einer renomierten Reihe, sonst hätte diese Erzählung wohl nicht meine Aufmerksamkeit gewonnnen.
Und ich beginne zu lesen.
Viele viele Adjektive bemühen sich, dem Leser zu illustrieren, was der Leser doch wohl imagieren solle. Fast hätte ich vermutet, es sei eine Autorin am Schreiben gewesen, tragen diese doch immer lieber in einer bestimmten Niveaulage Adjektive und Adverbien zusammen. Lassen dem Leser keine Spannbreite für Imagination.
Nein es ist ein Autor, ein Schweizer Autor.
Er häuft Schicht auf Erzählschicht, schiebt Rückblicke zwischen die Gegenwart und erwartet so daß der Leser durch opake Folien ein kräftiges Gesamtbild findet.
Ein schwätzender Onkel, ein schwitzender Chef, welcher bald darauf den Tod findet, Erde zwischen den Sohlenrillen der mühseligst erstandenen Wanderschuhe, eine junge Frau mit rotem Mund und gelbem Parfum.
Das war es auch schon.
Aber was? Der nachwortende Peter Weber häuft ebenso Wort auf Wort um zu schildern, wie er den Autor kennenlernte und konstatiert, daß der Text der Neuauflage um ein Drittel kürzer sei als die Erstschrift, das Buch trotzdem kühn bleibe, auch wenn Detailschilderungen Lockerungen Platz gemacht hätten.
Da bin ich doch sehr erleichtert, daß man mir nicht die Erstschrift zu lesen gab.
Getoppt wird diese dünne Arbeit durch das Diktum einer Rezensentin, der Autor besäße „eine sehr genau arbeitende Phantasie…“
Genau. Damit raubt er diese seinem Leser..
Aber es verwundert mich, weshalb einem 41seitigen Text 5 Seiten Nachwort und 18 Fotoseiten zugesellt worden, auf denen außer einem autistischem Ozelot nur der Autor zu erblicken ist.
Zu welchem Zweck und Behuf?
Perikles Monioudis
So weit das Auge reicht
Eine Erzählung aus den Bergen
Mit einem Nachwort von Peter Weber
Literarisches Colloquium Berlin / DAAD
Text und Porträt 23
Aufbau Verlag 1996
Fototeil Renate von Mangoldt

