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	<title>Kommentare zu: Bücher weiter schreiben &#8211; warum?</title>
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	<description>Kritiken, Philippika ...</description>
	<lastBuildDate>Mon, 19 Sep 2011 10:36:00 +0000</lastBuildDate>
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		<item>
		<title>Von: frank</title>
		<link>http://buchbestattung.de/2008/07/11/bucher-weiter-schreiben-warum/comment-page-1/#comment-50</link>
		<dc:creator>frank</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Jul 2008 23:09:53 +0000</pubDate>
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		<description>hey connie, &quot;platt&quot; ist natürlich ein etwas unscharfes kriterium und außerordentlich dehnbar, an coetzee mag man einiges kritisieren, aber plat ist mir einfach zu undifferenziert... aber es ist sicher nicht sein stärkstes werk ;-)</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>hey connie, &#8220;platt&#8221; ist natürlich ein etwas unscharfes kriterium und außerordentlich dehnbar, an coetzee mag man einiges kritisieren, aber plat ist mir einfach zu undifferenziert&#8230; aber es ist sicher nicht sein stärkstes werk <img src='http://buchbestattung.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Connie</title>
		<link>http://buchbestattung.de/2008/07/11/bucher-weiter-schreiben-warum/comment-page-1/#comment-49</link>
		<dc:creator>Connie</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Jul 2008 06:15:31 +0000</pubDate>
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		<description>Frank,

habe ich &quot;abschreiben&quot; geschrieben? 
Ich habe &quot;weiterschreiben&quot; kritisiert, Plots oder Figuren &lt;em&gt;übernehmen&lt;/em&gt; und aus was für Erwägungen auch immer weiterschreiben... 

das habe ich in Frage gestellt. Das ist kein &quot;Einflüsse&quot; verarbeiten, das ist was anderes und danach habe ich gefragt.

Aber entweder drücke ich mich nicht klar aus oder meine Fragen werden nicht verstanden.

Ich wollte z.B. gerne wissen, warum Coetzee sich Dostojewski nimmt und daraus einen recht platten Roman macht, was vielleicht in einer anderen literarischen Kategorie steht als dieser weitergeschriebene Dostojewskische Kommissar oder die Bergova

Dass der Coetzee-Dostojewski-Roman platt ist, da beisst die Maus keinen Faden ab, das ist meine Meinung und Lese-Erfahrung und hat mich geärgert. Ich habe das als Anmaßung empfunden.</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Frank,</p>
<p>habe ich &#8220;abschreiben&#8221; geschrieben?<br />
Ich habe &#8220;weiterschreiben&#8221; kritisiert, Plots oder Figuren <em>übernehmen</em> und aus was für Erwägungen auch immer weiterschreiben&#8230; </p>
<p>das habe ich in Frage gestellt. Das ist kein &#8220;Einflüsse&#8221; verarbeiten, das ist was anderes und danach habe ich gefragt.</p>
<p>Aber entweder drücke ich mich nicht klar aus oder meine Fragen werden nicht verstanden.</p>
<p>Ich wollte z.B. gerne wissen, warum Coetzee sich Dostojewski nimmt und daraus einen recht platten Roman macht, was vielleicht in einer anderen literarischen Kategorie steht als dieser weitergeschriebene Dostojewskische Kommissar oder die Bergova</p>
<p>Dass der Coetzee-Dostojewski-Roman platt ist, da beisst die Maus keinen Faden ab, das ist meine Meinung und Lese-Erfahrung und hat mich geärgert. Ich habe das als Anmaßung empfunden.</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: frank</title>
		<link>http://buchbestattung.de/2008/07/11/bucher-weiter-schreiben-warum/comment-page-1/#comment-48</link>
		<dc:creator>frank</dc:creator>
		<pubDate>Thu, 24 Jul 2008 14:09:35 +0000</pubDate>
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		<description>auch hier, was ich schon bei liisa gesagt habe: ... na, einer der größten ist gleichzeitig ein großer &quot;abschreiber&quot; gewesen: thomas mann. da gibt es zahlreiche stellen in seinem werk, abgesehen davon, dass er hemmungslos in den biografien seines umfeldes, eigentlich in allem &quot;gegrast&quot; hat. nacktes abschreiben im engeren sinne ist natürlich mist, ansonsten ist es doch immer die frage, was macht ein er aus des anderen gedanken, kann er sie weiterentwickeln, neues daraus gestalten? 
und natürlich gehört das dazu, einflüsse zu haben und sie zu verarbeiten! die vergleiche hinken auch ein wenig, niemals wird irgendwer dostojewski mit frau bergova und ihrem  trivialamazon-buch verwechseln... &lt;a href=&quot;http://landeplatzderengel.wordpress.com/2008/07/22/toter-hund-einflusse/&quot; rel=&quot;nofollow&quot;&gt;einflüsse&lt;/a&gt;  zu verarbeiten gehört zum handwerk... und coetzee hat es echt nicht nötig von dostojewski &quot;abzuschreiben&quot; und tut es auch nicht...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>auch hier, was ich schon bei liisa gesagt habe: &#8230; na, einer der größten ist gleichzeitig ein großer &#8220;abschreiber&#8221; gewesen: thomas mann. da gibt es zahlreiche stellen in seinem werk, abgesehen davon, dass er hemmungslos in den biografien seines umfeldes, eigentlich in allem &#8220;gegrast&#8221; hat. nacktes abschreiben im engeren sinne ist natürlich mist, ansonsten ist es doch immer die frage, was macht ein er aus des anderen gedanken, kann er sie weiterentwickeln, neues daraus gestalten?<br />
und natürlich gehört das dazu, einflüsse zu haben und sie zu verarbeiten! die vergleiche hinken auch ein wenig, niemals wird irgendwer dostojewski mit frau bergova und ihrem  trivialamazon-buch verwechseln&#8230; <a href="http://landeplatzderengel.wordpress.com/2008/07/22/toter-hund-einflusse/" rel="nofollow">einflüsse</a>  zu verarbeiten gehört zum handwerk&#8230; und coetzee hat es echt nicht nötig von dostojewski &#8220;abzuschreiben&#8221; und tut es auch nicht&#8230;</p>
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		<title>Von: tinius</title>
		<link>http://buchbestattung.de/2008/07/11/bucher-weiter-schreiben-warum/comment-page-1/#comment-47</link>
		<dc:creator>tinius</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Jul 2008 22:00:49 +0000</pubDate>
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		<description>Ich fand den Riccarelli nicht gar so schlecht, habe mich aber mit Bruno Schulz noch wenig - und vor allem vor Jahrzehnten - beschäftigt, sprich &quot;Die Zimtläden&quot; gelesen, als ich garantiert noch zu jung dafür war. Generell sehe ich aber mit biographischen Romanen eigentlich ein ganz anderes Feld eröffnet, was mit den Übernahmen aus anderen literarischen Werken nur am Rande zu tun hat. Zu Coetzee kann ich nicht viel sagen, aber er gehört wohl noch zu den Autoren, die es wenigstens wagen dürfen.... Daß das total schiefgehen kann, mußte ich bei Garcia Marquez &quot;Erinnerung an meine traurigen Huren&quot; erfahren, der ja ein japanisches Buch als Grundlage genommen hat. Da ich Kawabatas Original nicht kenne, hat es mir Garcia Marquez erstmal ziemlich verleidet. ;)Ich finde es generell okay, wenn man sich auf diese Weise mit Stoffen, Themen, Figuren literarisch (dies Wort in einem wertenden Sinne verstanden)auseinandersetzt. Aber was ich nicht mag, ist die rein kommerziell orientierte Weitervermarktung bestimmter Klassiker wie sie Alexandra Ripley und ähnliche betreiben. (Man bedenke : Brecht hat kaum eigene Stoffe entwickelt, aber dennoch Eigenes geschaffen).  LG  tinius</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich fand den Riccarelli nicht gar so schlecht, habe mich aber mit Bruno Schulz noch wenig &#8211; und vor allem vor Jahrzehnten &#8211; beschäftigt, sprich &#8220;Die Zimtläden&#8221; gelesen, als ich garantiert noch zu jung dafür war. Generell sehe ich aber mit biographischen Romanen eigentlich ein ganz anderes Feld eröffnet, was mit den Übernahmen aus anderen literarischen Werken nur am Rande zu tun hat. Zu Coetzee kann ich nicht viel sagen, aber er gehört wohl noch zu den Autoren, die es wenigstens wagen dürfen&#8230;. Daß das total schiefgehen kann, mußte ich bei Garcia Marquez &#8220;Erinnerung an meine traurigen Huren&#8221; erfahren, der ja ein japanisches Buch als Grundlage genommen hat. Da ich Kawabatas Original nicht kenne, hat es mir Garcia Marquez erstmal ziemlich verleidet. <img src='http://buchbestattung.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> Ich finde es generell okay, wenn man sich auf diese Weise mit Stoffen, Themen, Figuren literarisch (dies Wort in einem wertenden Sinne verstanden)auseinandersetzt. Aber was ich nicht mag, ist die rein kommerziell orientierte Weitervermarktung bestimmter Klassiker wie sie Alexandra Ripley und ähnliche betreiben. (Man bedenke : Brecht hat kaum eigene Stoffe entwickelt, aber dennoch Eigenes geschaffen).  LG  tinius</p>
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		<title>Von: Connie</title>
		<link>http://buchbestattung.de/2008/07/11/bucher-weiter-schreiben-warum/comment-page-1/#comment-46</link>
		<dc:creator>Connie</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 13 Jul 2008 09:51:39 +0000</pubDate>
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		<description>nanana... 

das hat meiner Meinung nach nichts mit Sozialisierung zu tun, wenn ich einen Charakter mopse... oder ist Abschreiben ein Teil der Sozialisierung? ;=)

Wer sich einen Charakter ausleiht, muß schon sehr gute Gründe haben, dies zu tun, und nicht einfach dadurch schon den Plot geliefert bekommen, die Charakterbeschreibung, das Personal der Handlung... 

Und da beginnt die Grauzone: &quot;Vermessung der Welt&quot; war doch meines Erachtens ein literarischer Plot aus historischen Gegebenheiten, das ist doch wohl was anderes als eine Figur aus einem literarischen Werk zu mopsen, eben diesen Dostojewski-Kommissar z.B., und das ganze Ambiente mitzunehmen und vielleicht sogar auch noch den Duktus des &quot;Erst-Autors&quot; nachzuahmen... 

und im Zeitalter des Kommerz ist der kommerzielle Erfolg des &quot;Erst-Werkes&quot; natürlich auch ein gutes Argument, da weiterzuschreiben... Markt-Kalkül eben

siehe Wikipedia:
&lt;i&gt;Im übertragenen Sinne werden sowohl in der Kunst als auch in der (Geistes-)Wissenschaft geistige Nachfolger von Autoren als deren Epigonen bezeichnet, wobei hier oft die Einordnung als unbedeutende Nachahmer oder „Trittbrettfahrer“ mitschwingt.&lt;/i&gt;&lt;i&gt;

aber auch:
&lt;/i&gt;&lt;i&gt;In England, das nach dem Befund T.S. Eliots keine neuzeitliche Klassik hervorgebracht hat, ist der Begriff des Epigonentums, der den Maßstab des Klassischen voraussetzt, weitgehend bedeutungslos. Auf dieser geistigen Unbefangenheit und der damit einhergehenden historischen Unbekümmertheit beruht möglicherweise die auch heute wieder zu beobachtende besondere Durchschlagskraft des englisch-amerikanischen Kulturschaffens.&lt;/i&gt;

und viele der Abschreiber sind ja auch aus dem englisch-amerikanischen Kulturschaffen...</description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>nanana&#8230; </p>
<p>das hat meiner Meinung nach nichts mit Sozialisierung zu tun, wenn ich einen Charakter mopse&#8230; oder ist Abschreiben ein Teil der Sozialisierung? ;=)</p>
<p>Wer sich einen Charakter ausleiht, muß schon sehr gute Gründe haben, dies zu tun, und nicht einfach dadurch schon den Plot geliefert bekommen, die Charakterbeschreibung, das Personal der Handlung&#8230; </p>
<p>Und da beginnt die Grauzone: &#8220;Vermessung der Welt&#8221; war doch meines Erachtens ein literarischer Plot aus historischen Gegebenheiten, das ist doch wohl was anderes als eine Figur aus einem literarischen Werk zu mopsen, eben diesen Dostojewski-Kommissar z.B., und das ganze Ambiente mitzunehmen und vielleicht sogar auch noch den Duktus des &#8220;Erst-Autors&#8221; nachzuahmen&#8230; </p>
<p>und im Zeitalter des Kommerz ist der kommerzielle Erfolg des &#8220;Erst-Werkes&#8221; natürlich auch ein gutes Argument, da weiterzuschreiben&#8230; Markt-Kalkül eben</p>
<p>siehe Wikipedia:<br />
<i>Im übertragenen Sinne werden sowohl in der Kunst als auch in der (Geistes-)Wissenschaft geistige Nachfolger von Autoren als deren Epigonen bezeichnet, wobei hier oft die Einordnung als unbedeutende Nachahmer oder „Trittbrettfahrer“ mitschwingt.</i><i></p>
<p>aber auch:<br />
</i><i>In England, das nach dem Befund T.S. Eliots keine neuzeitliche Klassik hervorgebracht hat, ist der Begriff des Epigonentums, der den Maßstab des Klassischen voraussetzt, weitgehend bedeutungslos. Auf dieser geistigen Unbefangenheit und der damit einhergehenden historischen Unbekümmertheit beruht möglicherweise die auch heute wieder zu beobachtende besondere Durchschlagskraft des englisch-amerikanischen Kulturschaffens.</i></p>
<p>und viele der Abschreiber sind ja auch aus dem englisch-amerikanischen Kulturschaffen&#8230;</p>
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