Eines der schlimmsten Phänomene wie ich finde. Eine Frau wird in die Rolle eines Mannes “gedrängt”; sie muss den nicht vorhandenen Stammhalter ersetzen, oder aber ist auf der Suche nach der großen Liebe oder aber, sie wird von einer religiösen / politischen / oder einfach beides – Gruppierung verfolgt. Herrlich, wirklich. Nur einmal ein Auszug aus dem Potpourri EINES Autorenpaares Iny Lorentz:

Deutschland im Jahre 1485. Für die junge Jüdin Lea endet ein Jahr der Katastrophen, denn ihr Vater und ihr jüngerer Bruder Samuel kamen bei einem Pogrom ums Leben. Um das Erbe ihres Vaters und damit ihr Überleben und das ihrer Geschwis-ter zu sichern, muss Lea sich fortan als Samuel ausgeben. In ihrer Doppelrolle drohen ihr viele Gefahren, nicht nur von christlicher Seite, sondern auch von ihren Glaubensbrüdern, die »Samuel« unbedingt verheiraten wollen. Und dann verliebt sie sich ausgerechnet in den mysteriösen Roland, der sie zu einer mehr als abenteuerlichen Mission verleitet …
(Iny Lorentz – Die Goldhändlerin)

Die Reichsstadt Tremmlingen im 14.Jahrhundert: Hier führt die junge und schöne Tilla als Tochter eines wohlhabenden Kaufherrn ein behütetes Leben. Da stirbt ihr Vater – und verfügt in seinem Testament, dass sein Herz in Santiago de Compostela begraben werden soll. Tillas Bruder schert sich jedoch nicht um den Letzten Willen seines Vaters und um dessen Wunsch, seine Tochter mit dem Sohn des Bürgermeisters zu verheiraten. Stattdessen zwingt er sie zur Ehe mit seinem besten Freund. Tilla hat nur eine Chance: Sie muss fliehen! Als Mann verkleidet verlässt sie ihre Heimatstadt – im Gepäck das Herz ihres Vaters. Ihr Ziel heißt Santiago de Compostela …
(Iny Lorentz – Die Pilgerin)

Russland im Jahre 1707: Das Leben der jungen Tartarin Schirin ändert sich jäh, als ihr Vater, der Khan, nach einem missglückten Aufstand von den Russen gefangen genommen wird. Die Sieger fordern den Khan auf, ihnen einen Sohn als Geisel zu stellen. Doch der älteste seiner Söhne ist bereits tot und der jüngste noch zu klein. Also wird Schirin kurzerhand in Männerkleider gesteckt und unter dem Namen ihres toten Bruders an die Russen ausgeliefert. Für Schirin beginnt eine harte Zeit, in der sie nicht nur ihre wahre Identität verheimlichen, sondern auch ihre aufkeimenden Gefühle für einen jungen Russen aus feindlichem Lager verbergen muss …
(Iny Lorentz – Die Tatarin)
Die junge Giulia, Tochter des Kapellmeisters Fassi aus Salerno, hat nur einen brennenden Wunsch: Sie möchte im Chor ihres Vaters singen, denn sie hat eine wunderschöne Stimme. Doch im Italien der Renaissance ist den Frauen das Singen in der Kirche verwehrt. Ein Zufall gibt Giulia die Chance, ihren größten Traum zu verwirklichen, doch sie zahlt einen hohen Preis dafür, denn fortan muss sie als Kastrat verkleidet durch die Lande ziehen…
(Iny Lorentz – Die Kastratin)

Vier Romane mit ein- und demselben Inhalt… nicht nur die Titel sind also sehr kreativ und innovativ ausgewählt worden, auch der Inhalt wirkt immer wieder so, als würde man sich der Kleidung und dem Aussehen der Frauen der jeweiligen Epoche leicht anpassen, aber dennoch eine hanebüchne, vollkommen absurde Geschichte entwickeln àla “Frau verkleidet sich als Mann”…

Auch die Titelbilder wurden von den Verlagen wie immer mit sehr viel Liebe zum Detail ausgewählt: (Falls der Wink zu undeutlich war, das war ironisch gemeint …):

Sie haben bei manchen Werken noch nicht einmal die Schriftart verändert….
Kein Wunder, dass der historische Roman bei einigen Verlagen eher als Stiefkind zu bezeichnen ist bzw. bei den Rezipienten als kitschig und unbrauchbar verschrieen ist, wenn Autoren vermarktet werden, die noch nicht einmal gute Geschichten aufbringen geschweige denn ihre Bücher ansprechend vermarktet werden.

  Eine Antwort zu “Hosenrollen…”

Kommentare (1)
  1. Haha, gut recherchiert! :D
    Ich habe mal die ersten 70 Seiten der Wanderhure gelesen, danach war ich zeitlebens von Iny Lorentzens Büchern kuriert.
    Meine Güte, sowas von hanebüchen. Aber immerhin hat sich hier keine Frau als Kerl verkleiden müssen.

   
© 2012 Buchbestattung Suffusion theme by Sayontan Sinha