Dieses Sprichwort sollten sich Autoren zu Nutze machen, die in sämtlichen Bücherforen ihre Werke präsentieren – und ihre Eigenkreationen noch nicht einmal lektoriert haben lassen. “tredition”, Book on Demand und wie sie nicht alle heißen, diese kuriosen Anbieter, die einem versprechen, dass sie “ihr Buch zum Bestseller machen”. Was sie dafür tun müssen? Och, einen Haufen Geld investieren, die Rechte des Manuskriptes an die Gesellschaft verkaufen… aber ansonsten läuft das alles sehr seriös ab! (Man erkenne bitte das Ausrufezeichen als ein Zeichen der Ironie an ;=))

Wie dem auch sei; man stößt manchmal sogar auf kleine Schätze, Kurzgeschichten, die man nie vergisst. Warum? Weil sie so schlecht sind, dass man das schlechte Gefühl bekommt, man würde nie mehr etwas Gutes in Buchform lesen. Bei mir so geschehen mit “Szenen einer Großstadtjugend” von Jörn Brien.

Cover

Ich mag Großstadtromane. Wirklich, ich mag sie. Ich bin selbst in einer – Berlin – aufgewachsen und daher sind Themen wie Anonymität, Einsamkeit und die damit verbundene Sehnsucht nach Aufmerksamkeit und Liebe nicht nur “Floskeln”, sondern wirklich Dinge, mit denen man umzugehen lernen muss innerhalb seiner Jugend. Dieses Genre kenne ich also sogar aus eigener Erfahrung… und der Autor vielleicht auch, wobei man das bei diesem, Entschuldigung, Mist manchmal hinterfragen muss.

Die “Großstadtjugend” in diesem Buch macht Abitur. Nicht nur das! Sie saufen, rauchen, kiffen, verlieben sich ab und an in knackige Krankenschwestern (“Ich kenne einen Porno, der so anfängt…”, ist mir dazu als Zitat eingefallen) und sind dennoch ihren Partnern gegenüber absolut zuverlässig und treu ergeben. Ach ja, und daneben haben sie auch noch Zeit über den Kapitalismus zu sinnieren, und Kommentare an den Tag zu legen, die mich entfernt an FDJler erinnern, aber nicht an eine moderne 1990er Jahre Großstadtjugend denken lässt.

Manche Dinge kann man an diesem “Machtwerk” gar als Beleidigung empfinden. Word fand auf vielleicht 150 Seiten über 100 Fehler in Zeichensetzung und Rechtschreibung. Es sind viele Satzdopplungen enthalten; das Ganze wirkt einfach nur hingeschmiert, lieblos aufbereitet. Die Charaktere sollen Klischees sein… und das Problem daran ist, dass der Autor auch noch überzeugt ist, dass sich Jugendliche wirklich so verhalten. Eigentlich absolut zum Lachen…

Was kann man mit so einem Werk machen. Ich hätte einen Vorschlag:

Ab in die Papiertonne! 

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