Das Buch "Fibel der Völker Europas, Band1" aus dem Verlag für Bücher alten deutschen Stils in erlesenen Schriften, Tausendschön-Verlag, macht mich ratlos.
Ich liebe Fibeln, Buchstabierbilder, Schriften, ich habe mir viele solcher Fibeln von Reisen mitgebracht, aus Rußland, Armenien, Frankreich und von woanders her.
Ich mag Bücher, die sich gut anfassen, gut riechen, gut gemacht sind, hohe Qualität haben.
Aber dieses Buch ist nur verschroben und unklar:
Die Zielgruppe, wer soll das sein?
- eine FIbel richtet sich an Kinder, meistens
- dieses Buch enthält erstmal etliche Seiten Absichtserklärungen eines kulturellen Sendungsbewusstseins, die für Kinder sicherlich uninteressant sind
Was für ein Weltbild steckt dahinter?
Die Betrachtung deutscher, irischer und ladinischer Schriften ist ja eine nette Idee und durchaus interessant, aber welches Weltbild wird mit dem Buch vermittelt, welches Weltbild steht dahinter? Ist das ein Spaß, eine Ironie, ist das ernstgemeint?
Was sind alles die Völker Europas?
Mit diesen Fragen machte ich mich auf die Suche und fing an zu stolpern. Über Sprachgebrauch und Sendungsbewußtsein.
Der Herausgeber, Thorwald Poschenrieder, vorher Linguist und Spezialist für nordische Sprachen in Greifswald und Berlin, hat wohl zuviel Met getrunken, nutzt nun die Worte Weltnetz und Netzladen, schreibt Netzpost-Anschrift, wenn es um eMail geht, betreibt den Verlag für Bücher alten deutschen Stils in erlesenen Schriften in Pommern wohlgemerkt, nutzt Funkruf und Fernbild und vermischt Bildungsauftrag mit Deutschtümelei wenn nicht noch Schlimmeren.
Da vergeht mir die Lust.
Also wohin mit dem Buch? Was tun damit? In welche Ecke?

auch die Endstation! Endlich!
